Identity Research Institute (IRISI)

Medhananda and Y. Artaud gründeten 1978 das Identity Research Institute (IRISI). Das IRISI versteht sich als Forschungsstätte für Bewusstsein und fundamentale Psychologie. Geht man davon aus, dass ‚Bewusstsein' ein zusammenhängendes Ganzes ist, das allen materiellen Erscheinungsformen zugrunde liegt und diese durchdringt und sie bewirkt - in verschiedenen Intensitäts - oder Wachheitsgraden - so kann es nichts Fremdes oder Gegenüber-liegendes sein, was studiert wird - so unterschieden es von uns auch sein mag, - sondern im Spiel der Verschiedenheiten ist eine darin enthaltene Identität impliziert.

Die Studien und Untersuchungen des Instituts konzentrieren sich im wesentlichen auf folgende Bereiche:
    a) altes Aegypten
    b) andere alte Kulturen, Märchen, Mythen, Parabeln
    c) Psychologie des Kindes
    d) Primatologie

Die Forschungen Medhanandas und Y. Artauds basieren vor allem auf den Bewusstseinsforschungen Sri Aurobindos, wonach Bewusstsein verschiedene Strukturen, Dimensionen und Intensitätsgrade umfasst und sich im Laufe der Evolution verschiedenartig äusserte.
In der heute vornehmlich mentalen Bewusstseinsstruktur drücken wir Verstandes-Wissen durch Denken und Worte aus, in einer früheren Menschheitsphase wurde innen erfahrenes, geträumtes oder mystisches Wissen durch Bilder und Symbole mitgeteilt.

In ‚The Secret on the Veda' schreibt Sri Aurobindo, dass die alten Rishis (die ‚Seher' der vedischen Zeit in Indien) in ihren Schriften nicht Dinge, Naturphänomene, Naturgottheiten beschrieben, sondern dass sie sich solcher Naturbilder lediglich bedienten, um damit innere Bewusstseinsvorgänge und Seelenkräfte, - um mystische Erfahrungen mitzuteilen.

Medhananda und Y. Artaud untersuchten nun, inwieweit bei anderen alten Völkern der gleichen Zeitepoche deren Mythen, Träume, Märchen, Götter und Bilderschriften ebenfalls Ausdruck innerer Seelenkräfte und Bewusstseinsbewegungen sind. Und sie entdeckten, dass die alten Botschaften, vor allem die des alten Aegyptens, eine differenzierte Sicht über seelische Energien, Archetpyen, Bewusstseinsbewegungen ent-halten, dass hier - mit Bildern und Symbolen - Psychologie im Sinne von Selbstgewahrsein
('Identitätswissen') ausgedrückt wird.

Symbolon, von griechisch ‚symballein' bedeutet zusammenwerfen, zusammenbringen.
Eine innere seelische Realität (Energie, Vibration) und ein entsprechendes im Aussen gefundenes Ding, Bild, werden zusammengefügt, werden ‚Symbolon'. Jede Manifestation in der äusseren Welt kann so Symbol, kann Spiegel sein für eine entsprechende psychische Energie, für innen ‚gesehene' Vorgänge. Nicht materielle Dinge, sondern die innere 'Welt' interessierte die damaligen Seher und Sucher der Wahrheit.

Die modernen psychologischen Theorien zeigen uns meist nur einen Ausschnitt aus dem immensen Spektrum psychologischer Phänomene. Umso mehr erstaunt es, welch einen Reichtum an verschiedensten Seelenkräften, inneren Vorgängen, Transformationswegen und universalen Prinzipien die ‚Seher' des alten Aegypten zur Darstellung bringen konnten, und wie sie diese zueinander in Beziehung setzen konnten. Die Seele wurde als Vielheit gesehen, als mit allem in Resonanz und mit allem im Zusammenhang stehend.
Die tiefen Einsichten Einzelner, gekleidet in Lehrsymbole, degradierten leider in einer späteren defizienten Phase zu immer mehr magischen Riten und religiösem Aberglauben.
Die Forschungsarbeiten Medhanandas und Y. Artauds tragen dazu bei, dass wir die ursprüngliche Symbolsprache der Mythen, Märchen und Parabeln alter Völker von später dazugekommener Verdinglichung und/oder Verdrehungen und Ergänzungen moralischer, religiöser Art unterscheiden können (als Beispiel sei Medhanandas Interpretation der Heraklessage erwähnt), und dass wir die Lehrbilder als Spiegel (Identität) für unsere eigenen inneren Vorgänge und Seelenkräfte wahrnehmen, und uns dadurch unsere verschiedenen psychologischen Prozesse und Bewusstseinsbewegungen transparenter werden, und wir dieses "Feld" bearbeiten können.
So wie die Physik an Dimension gewann durch die Quantenphysik, so muss auch - laut Medhananda - die heutige Psychologie in eine Art ‚Quantenpsychologie' intensiviert werden.

Medhananda und Y. Artaud haben das Identitätsbewusstsein und dessen Symbolkommunikation auch bei kleinen Kindern und Affen erforscht.

Nebst der heute fast ausschliesslichen verbalen Kommunikation, der Ausdruckweise des mentalen Bewusstseins, gibt es die viel ältere Symbolkommunikation, die grundlegender ist und in vorgeschichtlicher Zeit voll entfaltet war. Jedes Kind durchlebt diese in den ersten Jahren (sozusagen als schnellen Nachvollzug der Evolutionsgeschichte).
Man kann also sowohl beim Kind als auch in alten Kulturen vormentale Bewusstseins-strukturen erforschen.
In der heutigen Zeit hat die verbale Kommunikation die Tendenz, die Symbolkommunikation zu verdrängen, da letztere oft als minderwertige statt als komplementäre Aeusserungsform angesehen wird. Dadurch entsteht Disharmonie und Einseitigkeit im Menschen.
Symbolkommunikation ist besonders wichtig für die Beziehung zu Tieren, zu Kindern, zu unserem eigenen Über- und Unterbewußtsein (und vielleicht auch zu außerirdischen Intelligenzen) und kann besonders beobachtet werden bei:
    a) Neugeborenen und Vorschulkindern,
    b) bei Genies und Mystikern,
    c) bei nicht-menschlichen Primaten
    d) und bei der vorgeschichtlichen Menschheit.

Unter unseren Vorfahren gab es wohl schon sehr früh nebst der Spezies des "homo faber" oder "homo habilis" (des Benutzers von Werkzeugen) auch den "homo rishi", den Seher, den Sucher, den Menschen, der nach Einsicht strebt.
Medhanandas und Y. Artauds vielfältige Untersuchungen führen zur Erkenntnis, daß Symbolkommunikation in der Erziehung des Kindes ebenso sorgfältig unterstützt werden sollte wie die analytisch orientierte, verbale Kommunikation. Beide ergänzen einander. Ihre Kombination führt zu grösserer Plastizität, Harmonie und integralem Wachstum des Menschen. Wir werden fähig, intensiver und bewusster aus unseren 'Wurzeln' und 'Quellen' zu leben.

Die aegyptischen Bilder und Symbole (der 5 Bücher Medhananda über Aegypten) wurden ursprünglich für Kinder gesammelt. Diese fragen etwas, und das Bild gibt die Antwort.
Da Symbole sich eher an unsere Tiefe, Höhe, Weite und Ganzheit wenden als an unseren Intellekt, wirken sie heilend (im Sinne von ganzmachend, integrierend) und sind wesentlicher Bestandteil jeder wahren 'Bild-ung'!

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